Goodtimes, 02/2002

HAMBURG BLUES BAND MEETS THE VOICE OF SPOOKY TOOTH, MIKE HARRISON

Downtown Blues Club, Hamburg

Holt sich eine R&B Röhre wie Gert Lange eine Star-Club-Legende wie Mike Harrison auf die Bühne, so kann der Fan nur staunen: Der hat Nerven. Vorher entert das Rumpfquartett ein  volles Downtown. "Tender Touch"  groovt nicht tender, sondern mit scharfen Ecken, "Make My Day" promotet das '99er ROLLIN'-Album. Der Fast Boogie "Love Me Or Leave Me" addiert ein Element, auf das Alex Conti seit Lake stolz ist - einen exakten Chor. Ein ansteckendes "Exile On Main Street"-Riff leitet mit REAL STUFF einen Streifzug durch diese CD an. Feinfühliger 12-Bar-Blues "Make Love Strong" wird zart zelebriert, "Rattlesnake Shake" beendet donnernd Set 1.

"Someplace" und "Woza Nazu" zeigen   einen exotischen Dick Heckstall-Smith, HBBs Saxer  der 1. Stunde. Endlich der große Kleine aus Englands Norden, Mike Harrison! Mit "Shakey Ground", bekannt von Farlowe bis Frankie Miller, macht der VIPs-Frontmann klar: It's the singer, not the song! Lange traktiert seine Gitarre, scheint glücklich über eine Stimme, die wie seine so rauh wie bewegend sein kann. Nach "Can't Believe You Wanna Leave" von Spookys CROSS PURPOSE geht es mit dem bass-snare-bass-bass-snare-Beat von Hans Wallbaum in Mikes persönliche Nostalgie: "Waiting For The Wind", viele singen mit. "Tears", Mikes Solo-Ballade '72, geben die Hamburgs filigran wieder, als seien sie mit im Muscle Shoals Studio gewesen. Pure Hypnose: "Better By You Better Than Me". "Smokestack Lightning" blitzten die VIPs im Starclub '67, ebenso ihre Single "I Wanna Be Free", spielerisch und vokal von der HBB mehr als pariert. Harrison: "Hey, almost 30 years! I thought I'd be dead in 2000!" Bei "Maverick Woman Blues" von RAINBOW RIDER ist Mike längst wieder Routinier, brennt bei der Zugabe "Send Me Some Lovin'". "Got What I Want", kontert Leadsänger Gert vor dem Finale "Wanna Make Love". Beide Titel sind Programm.   utw